Stellantis geht gegen Pop-up-Werbung im Auto vor: Es gibt Opt-out-Optionen, aber nicht einfach

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Stellantis, die Muttergesellschaft von Marken wie Jeep, Ram und Chrysler, wurde erneut wegen unerwünschter Pop-up-Werbung auf den Infotainment-Bildschirmen von Fahrzeugen kritisiert. Während das Unternehmen darauf besteht, dass diese Vorfälle ursprünglich auf Softwarefehler zurückzuführen waren, deuten aktuelle Berichte darauf hin, dass das Problem weiterhin besteht, was zu einer neuen Reaktion von Stellantis bezüglich seines fahrzeuginternen Nachrichtensystems führte.

Wiederkehrende Beschwerden und Reaktion des Unternehmens

Im vergangenen Jahr berichteten Fahrzeugbesitzer immer wieder, dass sie während der Fahrt Werbeanzeigen sahen. Ein aktuelles Beispiel, das auf Reddit geteilt wurde, zeigte einen Ram-Truck-Besitzer, der direkt auf dem Infotainment-Display eine Anzeige für Mopar-Ersatzteile erhielt. Trotz früherer Behauptungen über unbeabsichtigte Fehler tauchen die Anzeigen weiterhin auf und schüren die Skepsis bei den Kunden.

Stellantis erkennt nun die Existenz dieser „In-Vehicle Messages“ (IVM) als eine Funktion an, die dazu dient, Besitzer auf dem Laufenden zu halten. Nach Angaben des Autoherstellers liefert das IVM-System wichtige Updates wie Rückrufbenachrichtigungen, Fahrzeugzustandswarnungen und Abonnementerinnerungen. Das Unternehmen betont die Sicherheit, indem es angibt, dass diese Meldungen nur bei stehendem Fahrzeug oder beim Starten angezeigt werden und beim Fahren oder nach 15 Sekunden automatisch ausgeblendet werden, sofern sie nicht manuell ausgeblendet werden.

Opt-Out: Ein komplizierter Prozess

Stellantis bietet zwar einen Opt-out-Mechanismus für die Vermarktung von Inhalten an, der Prozess verläuft jedoch alles andere als reibungslos. Fahrer können Werbung nicht direkt auf dem Infotainment-Bildschirm deaktivieren. Stattdessen müssen sie entweder:

  1. Wenden Sie sich unter 1-800-777-3600 an den Kundendienst und fordern Sie ausdrücklich die Deaktivierung von Nachrichten im Fahrzeug an.
  2. Navigieren Sie zur Website ihrer Marke (z. B. Connect.ramtrucks.com, connect.chrysler.com, connect.jeep.com ), greifen Sie auf deren Profil zu, passen Sie die Nachrichteneinstellungen an und schalten Sie die Nachrichten im Fahrzeug aus.

Das Unternehmen gibt an, seine Kommunikationstools auf der Grundlage des Kundenfeedbacks kontinuierlich zu verfeinern, doch der umständliche Opt-out-Prozess ist für viele Autofahrer nach wie vor ein Grund zur Frustration.

Die größeren Implikationen

Die Debatte über Werbung im Auto wirft umfassendere Fragen zum Datenschutz und zur Monetarisierung der Fahrzeugtechnologie auf. Autohersteller integrieren zunehmend vernetzte Dienste und schaffen durch gezielte Werbung und Abonnementmodelle neue Einnahmequellen.

„Stellantis ist bestrebt, unseren Besitzern ein nahtloses, informiertes und personalisiertes Fahrzeugerlebnis zu bieten.“ — Stellantis-Erklärung.

Während Stellantis darauf beharrt, dass sein Ziel darin besteht, Mehrwert und Komfort zu bieten, fühlen sich viele Fahrer beim aktuellen System ausgebeutet. Obwohl das Unternehmen angibt, dass die spezifischen Anzeigen, die in den letzten Berichten zu sehen waren, nicht mehr gepusht werden, besteht weiterhin Potenzial für zukünftige Pop-ups.

Letztendlich verdeutlicht der Vorfall die Spannung zwischen Autoherstellern, die nach neuen Einnahmequellen suchen, und Kunden, die Kontrolle über ihr Erlebnis im Auto fordern. Ob Stellantis Transparenz und Benutzeragentur priorisieren wird, bleibt abzuwarten.