Rivians neue Patente deuten auf physische Kontrollen und verbesserte Heckklappenfunktionalität hin

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Rivian hat Patente angemeldet, die Pläne für eine neu gestaltete Heckklappe mit unabhängig angetriebenem Glas sowie eine überraschende Rückkehr zu physischen Bedienelementen im Fahrzeuginnenraum enthüllen. Diese Einreichungen bieten den ersten offiziellen Einblick in mögliche Upgrades für den R1S und deuten auf eine Abkehr von der derzeitigen Abhängigkeit von der reinen Touchscreen-Bedienung hin.

Neu gestaltete Heckklappe für mehr Nutzen

Das Patent beschreibt ein Heckklappensystem, bei dem sich die Heckscheibe mithilfe von Elektromotoren unabhängig öffnen und schließen lässt. Diese Funktionalität spiegelt Systeme wider, die in Fahrzeugen wie dem Toyota Land Cruiser und dem Lexus GX zu finden sind, und ermöglicht einen bequemen Zugang zum Laderaum, ohne die gesamte Heckklappe anzuheben. Das Design deutet auch auf die mögliche Integration gestenbasierter Steuerung hin; Beispielsweise könnte ein Benutzer seinen Fuß unter der Stoßstange bewegen, um die Heckklappe freihändig zu öffnen, während er Gegenstände transportiert.

Rückkehr der physischen Kontrolle: Ein Schritt in Richtung Einfachheit?

Noch wichtiger ist, dass die Patentzeichnungen einen Fahrzeuginnenraum mit physischen Tasten, Drehreglern und Schiebereglern neben der vorhandenen Touchscreen-Schnittstelle darstellen. Derzeit erfordern Rivian-Fahrzeuge, dass der Fahrer auf fast alle Funktionen über den zentralen Bildschirm zugreifen muss, eine Designentscheidung, die Kritik hervorgerufen hat, da sie ablenkend und weniger intuitiv ist.

Die Einbeziehung physischer Bedienelemente ist bemerkenswert, da sie eine potenzielle Anerkennung des Benutzerfeedbacks und den Wunsch nach verbesserter Benutzerfreundlichkeit darstellt. Während sich Rivian als softwarefokussierter Innovator etabliert hat – was durch die 5-Milliarden-Dollar-Investition von Volkswagen in seine Softwareentwicklungspartnerschaft bewiesen wird –, scheint das Unternehmen einen ausgewogeneren Ansatz in Betracht zu ziehen.

Warum das wichtig ist

Rivians ursprüngliche Designphilosophie legte Wert auf ein minimalistisches, technisch fortschrittliches Interieur. Die Rückkehr physischer Bedienelemente deutet jedoch auf eine wachsende Erkenntnis hin, dass einige Funktionen besser für taktile Eingaben geeignet sind. Diese Verschiebung könnte die Konzentration und Zugänglichkeit des Fahrers verbessern, insbesondere für häufig verwendete Funktionen wie Klimatisierung, Lautstärkeregelung und Auswahl des Fahrmodus.

Die Patentanmeldungen unterstreichen die Bedeutung von benutzerzentriertem Design, selbst für Unternehmen, die stark in Softwareinnovationen investieren. Durch die Kombination digitaler Schnittstellen mit physischen Bedienelementen könnte Rivian ein intuitiveres und zufriedenstellenderes Fahrerlebnis schaffen.

Letztendlich deuten diese Patente darauf hin, dass Rivian nicht nur seine Hardware verfeinert, sondern auch seinen Ansatz zur Innenarchitektur auf der Grundlage realer Nutzung und Rückmeldungen neu bewertet. Dies könnte in zukünftigen Iterationen des R1S und anderer Modelle zu einem benutzerfreundlicheren und praktischeren Fahrzeug führen.