Polestar 2 (2026) Update: Verfeinerung, nicht Revolution

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Der Polestar 2, das erste Angebot der schwedischen Elektrofahrzeugmarke in Australien, erhält für 2026 eine weitere Runde von Updates. Obwohl sich sein Erscheinungsbild weitgehend nicht verändert hat, wurden bei diesem Liftback subtile, aber sinnvolle Verbesserungen vorgenommen, die darauf abzielen, in einem schnell wachsenden Markt für Elektrofahrzeuge wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu den wichtigsten Änderungen gehören ein schnellerer Prozessor, verbesserte Ladefunktionen für Basismodelle und eine neue Farboption, das grundlegende Fahrerlebnis bleibt jedoch bekannt.

Vertrieb und Marktposition

Polestar konnte im Jahresvergleich ein Umsatzwachstum von 38,5 % verzeichnen, doch der Polestar 2 selbst verzeichnete im Jahr 2025 einen leichten Umsatzrückgang. Dies deutet darauf hin, dass die Marke zwar an Zugkraft gewinnt, ihr Einstiegsmodell jedoch gegenüber Konkurrenten wie Tesla und BYD an Boden verlieren könnte. Der Markt wird immer preissensibler und Polestar muss sich anpassen.

Was ist neu für 2026?

Die bemerkenswertesten Updates stecken unter der Haube: ein neuer Qualcomm Snapdragon-Prozessor für schnelleres Infotainment und ein neuer 70-kWh-Akku für das Basismodell, der die Gleichstrom-Schnellladung auf 180 kW steigert. Die Hochleistungsausstattung „Long Range Dual Motor Performance“ beinhaltet jetzt serienmäßig das Plus-Paket, das einen Mehrwert bietet. Der Hinterradantrieb bleibt die Konfiguration für Einzelmotorvarianten und bietet ein ansprechenderes Fahrerlebnis.

Preise und Wettbewerb

Der Polestar 2 startet bei 62.400 US-Dollar vor Straßenkosten, während das Performance-Modell der Spitzenausstattung jetzt 85.080 US-Dollar kostet (einschließlich des zuvor optionalen Plus-Pakets). Seine Hauptkonkurrenten sind das Tesla Model 3 (54.900 $ – 80.900 $) und das deutlich günstigere BYD Seal (46.990 $ – 61.990 $). Auch ein kommender Mazda 6e könnte das Segment mit einem Preis von unter 55.000 US-Dollar revolutionieren. Dieser Preisdruck bedeutet, dass Polestar seine Premium-Positionierung rechtfertigen muss.

Innenraum: Minimalistisch und technikorientiert

Der Innenraum bleibt nahezu unverändert – klar, minimalistisch und dominiert von einem 11,15-Zoll-Hochformat-Touchscreen. Physische Tasten sind rar, so dass Benutzer sich stark auf das Infotainmentsystem verlassen müssen. Apple CarPlay ist immer noch nur kabelgebunden, was eine kleine Unannehmlichkeit darstellt. Android-Benutzer werden eine nahtlosere Integration mit dem integrierten System von Google vorfinden. Das optionale Bowers & Wilkins-Soundsystem liefert hochwertigen Klang, die Materialien im Innenraum variieren jedoch: Hochglanzschwarzer Kunststoff fühlt sich in einigen Bereichen billig an, während Holzmaserungsoberflächen ein hochwertigeres Gefühl vermitteln. Die Lagerung ist ausreichend, aber nicht außergewöhnlich.

Fahrerlebnis: Fesselnd und raffiniert

Die Fahrdynamik des Polestar 2 bleibt ein Highlight. Die Umstellung auf Hinterradantrieb bei Einmotoren-Varianten hat zu einem besseren Fahrverhalten und einem angenehmeren Fahrspaß geführt. Das Long-Range-Dual-Motor-Performance-Modell bietet brutale Beschleunigung und präzises Handling, verbessert durch optionale Öhlins-Dämpfer. Obwohl die Federung fest ist, hat das Auto eine gute Haftung und ein souveränes Fahrverhalten. Fahrerassistenzsysteme funktionieren auf Autobahnen gut, haben aber auf schnelleren Landstraßen Probleme mit der Spurhaltung.

Antriebsstrang und Leistung

Der aktualisierte 70-kWh-Akku des Basismodells lädt jetzt schneller, die anderen Varianten bleiben jedoch unverändert. Der reale Energieverbrauch schwankt: Bei sportlicher Fahrt im Performance-Modell sind es etwa 26 kWh/100 km, während gemäßigteres Fahren in der einmotorigen Version etwa 15 kWh/100 km erreicht. Der Polestar 2 verlässt sich nicht auf künstliche Motorgeräusche, sondern legt den Fokus auf ein verfeinertes Fahrerlebnis.

Lagerung und Praktikabilität

Ein 41-Liter-Staufach unter der Motorhaube ist Standard. Der Kofferraum ist nutzbar, aber nicht erstklassiger, mit niedrigem Ladeboden. Eine elektrische Heckklappe ist bei allen Modellen serienmäßig, beim Performance-Modell ist die fußbetätigte Öffnung jetzt serienmäßig. Es gibt kein Reserverad, wie es für Elektrofahrzeuge typisch ist.

Endgültiges Urteil

Der Polestar 2 2026 stellt eher eine Verfeinerung als eine Revolution dar. Die Aktualisierungen erfolgen inkrementell, verbessern jedoch die Ladegeschwindigkeit und den Wert in höheren Ausstattungsvarianten. Allerdings ist das Auto immer noch starker Konkurrenz durch Konkurrenten ausgesetzt, die niedrigere Preise oder fortschrittlichere Technologie anbieten. Der Polestar 2 bleibt eine überzeugende Wahl für Fahrer, die Wert auf minimalistisches Design, ansprechendes Handling und ein erstklassiges elektrisches Fahrerlebnis legen.