Ford hat vor 30 Jahren Elektrofahrzeuge mit größerer Reichweite vorhergesagt

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In der Automobilwelt ist die Vorhersage der Zukunft eine ständige Herausforderung. Während einige Konzepte in Vergessenheit geraten, zeigen andere eine erstaunliche Weitsicht. Das kürzlich überarbeitete Konzeptauto Ford Synergy von 1996 ist ein Paradebeispiel dafür. Obwohl das Design ungewöhnlich ist, hat seine Technologie die wichtigsten Funktionen heutiger Elektrofahrzeuge (EVs) um Jahrzehnte vorweggenommen.

Eine Vision der Zukunft, heute verwirklicht

Der Synergy war für das Jahr 2010 als Familienfahrzeug geplant und verfügt über ein radikales aerodynamisches Profil mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,20 – was nahezu der Effizienz moderner Serien-Elektrofahrzeuge wie dem Mercedes EQS entspricht. Dies war angesichts der technologischen Einschränkungen Anfang der 1990er Jahre bemerkenswert. Bei dem Konzept ging es nicht um Ästhetik; es ging um die Maximierung der Effizienz, genau wie beim Volkswagen Scooter-Konzept von 1986.

Die wichtigste Innovation war sein Hybridantriebsstrang. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hybridfahrzeugen verfügte der Synergy über einen Verbrennungsmotor zur Reichweitenverlängerung, der die Räder nicht direkt antreibt. Stattdessen fungierte es als Generator und trieb vier Elektromotoren an – einen an jedem Rad. Dieses Setup war fast zwei Jahrzehnte älter als der BMW i3 REx und bewies Fords frühes Verständnis der EV-Technologie.

Leichtbau und Energierückgewinnung

Die Leichtbauweise des Synergy mit einem Aluminiumgehäuse, das nur 2.200 Pfund wiegt, steigerte seine Effizienz zusätzlich. Dies ermöglichte kleinere Komponenten und eine deutliche Gewichtsreduzierung (1.100 Pfund leichter als eine damals typische Mittelklasse-Limousine).

Über den Antriebsstrang hinaus umfasste das Konzept regeneratives Bremsen über ein Schwungradsystem, um beim Bremsen und Beschleunigen Energie zurückzugewinnen. Diese Funktion ist heute Standard bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, war jedoch 1996 bahnbrechend. Darüber hinaus wurden in das Dach Solarpaneele integriert, um einen Kühlventilator im Innenraum anzutreiben, was ein zukunftsorientiertes Energiemanagement demonstriert.

Erweiterte Innenausstattung und Bedienelemente

Das Innere des Synergy war ebenso fortschrittlich und verzichtete auf herkömmliche Tasten und Schalter für die Sprachsteuerung von 18 verschiedenen Funktionen. Es verfügte außerdem über Seitenkameras anstelle von Spiegeln, eine All-Screen-Benutzeroberfläche und ein Lenkrad im Joch-Stil – Innovationen, die heute in modernen Fahrzeugen zu finden sind. Das Auto verfügte sogar über ein Head-up-Display und verstellbare Pedale und präsentierte so eine vollständig integrierte futuristische Kabine.

Produktionspläne und Vermächtnis

Ford-Vorsitzender Alex Trotman räumte ein, dass der Synergy aus Kostengründen eher eine „Übung“ als ein realistisches Serienmodell sei. Dennoch hat das Konzept viele Technologien, die heute in Elektrofahrzeugen üblich sind, genau vorhergesagt, darunter Antriebsstränge zur Reichweitenverlängerung, leichte Materialien und fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme.

Heute bereitet Ford die Markteinführung eines F-150 Lightning der nächsten Generation als Elektro-Lkw zur Reichweitenverlängerung mit einer kombinierten Reichweite von über 700 Meilen vor. Diese Entwicklung festigt das Erbe des Synergy als visionäres Konzept, das die Zukunft der Automobiltechnologie vorwegnahm.

Der Ford Synergy war zwar seiner Zeit voraus, aber seine Innovationen prägen weiterhin die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Das Auto beweist, dass die Zukunft des Autofahrens schon vor Jahrzehnten vorhergesagt wurde, und jetzt ist sie endlich da.