Seit vier Jahrzehnten definiert der BMW M3 die leistungsstarke Kompaktlimousine. Es begann 1986 als Homologations-Special für Tourenwagenrennen und hat sich zu einem kulturellen Prüfstein entwickelt, der den Standard für Luxusautohersteller setzt, die darauf abzielen, Rennstreckentauglichkeit mit Alltagstauglichkeit zu verbinden. Die Reise des M3 verlief nicht reibungslos – größere Motoren, mehr Türen und immer wettbewerbsfähigere Konkurrenten haben seine Identität geprägt. Hier ist eine Aufschlüsselung jeder Generation, von ihren Ursprüngen bis zu ihrer modernen Form.
E30 M3 (1986–1991): Die Stiftung
Der ursprüngliche M3 entstand aus der Not heraus: BMW benötigte 5.000 straßenzugelassene Fahrzeuge, um sich für den Tourenwagen-Rennsport der Gruppe A zu qualifizieren. Das Ergebnis war ein abgespeckter 3er mit einem hochdrehenden 2,3-Liter-Vierzylindermotor mit einer Leistung von 192–197 PS (je nach Markt, wobei die US-Modelle auf Katalysatoren umgestellt wurden). Sein aggressives Fahrwerk, die vom 5er übernommenen Bremskomponenten und die ausgestellten Radkästen zeichnen ihn aus.
Der E30 M3 war nicht nur schnell; Es dominierte den Rennsport und gewann Meisterschaften in der Tourenwagen-Weltmeisterschaft, der BTCC und der DTM. Kritiker lobten sein Handling und seinen Motor, während moderne Enthusiasten sein rohes, ungefiltertes Fahrerlebnis loben – ein starker Kontrast zu den modernen, kultivierten Hochleistungsautos. Sein Erbe ist unbestreitbar; Es normalisierte die Idee einer Hochleistungs-Kompaktlimousine und ebnete den Weg für unzählige Nachahmer.
E36 M3 (1992–1999): Die Sechszylinder-Schaltung
Der E36 M3 markierte mit seinem laufruhigen 3,0-Liter-Reihensechszylindermotor eine bedeutende Veränderung. Die Leistung lag je nach Region zwischen 240 und 282 PS. Zum ersten Mal war ein M3 als Limousine oder mit Automatikgetriebe erhältlich, was einen Schritt hin zu einer breiteren Attraktivität signalisierte.
Trotz der Weiterentwicklung lag der Schwerpunkt des E36 weiterhin auf der Leistung, wobei in den Testberichten sein leistungsstarker Antriebsstrang und sein außergewöhnliches Handling hervorgehoben wurden. Dennoch wird er oft als der „vergessene“ M3 übersehen – er wird nicht so verehrt wie sein Vorgänger oder Nachfolger. Sein zurückhaltendes Design und seine relative Erschwinglichkeit machen es zu einer guten Wahl für Enthusiasten, die die klassische BMW-Dynamik suchen, ohne ihr Budget zu sprengen.
E46 M3 (2000–2006): Der Fanfavorit
Viele Enthusiasten betrachten den E46 M3 als den Höhepunkt der Linie. Angetrieben von einem 3,2-Liter-S54-Reihensechszylinder mit 333 PS, wurde er weithin für sein ausgewogenes Handling, seine präzise Lenkung und seinen aufregenden Motor gelobt. Der E46 war als Coupé und Cabriolet erhältlich, ein Kombi-Prototyp wurde jedoch nie produziert.
Der M3 CSL, eine rennstreckenorientierte Variante, festigte den Ruf des E46 weiter. Mit einem 355-PS-Motor, reduziertem Gewicht und aggressiver Aerodynamik setzte es in seiner Ära einen Maßstab für Leistung. Heute gilt der E46 allgemein als Klassiker aller Zeiten und ist über sein Markenzeichen hinaus zum Symbol für puren Fahrspaß geworden.
E90 / E92 / E93 M3 (2007–2013): Die V8-Ära
Der E9x M3 verfügt über einen 4,0-Liter-V8-Motor mit einer Leistung von 414 PS und einer Drehzahl von 8.300 U/min. Dies war der hubraumstärkste Motor, der jemals in einem M3 verwendet wurde. In dieser Generation kehrte neben dem Coupé (E92) und dem Cabriolet (E93) auch der Limousinen-Karosseriestil zurück.
Der V8 M3 behielt den Fokus von BMW auf Verfeinerung bei und verfügte über Merkmale wie ein Kohlefaserdach und einstellbare Dämpfer. Auch wenn er nicht den gleichen Kultstatus wie der E46 erreichte, bleibt er bei Enthusiasten eine beliebte Wahl und bietet eine Mischung aus Leistung, Luxus und Renntauglichkeit.
F80 / F82 / F83 M3 (2014–2018): Der Übergang zum Turbolader
Der F80 M3 markierte mit der Einführung eines 3,0-Liter-Reihensechszylinders mit zwei Turboladern einen umstrittenen Wandel. Die Leistung der Competition-Modelle reichte von 425 bis 493 PS. Die elektrische Servolenkung und die Umbenennung des Zweitürers in M4 spalteten die Meinungen weiter.
Trotz der puristischen Gegenreaktion lieferte der F80 eine starke Leistung, wobei der Turbomotor für reichlich Leistung und Ansprechverhalten sorgte. Der M4 GTS, eine rennstreckenorientierte Variante, sprengte mit einem 493-PS-Motor und einem aggressiven Aero die Grenzen. Obwohl der F80 M3 nicht überall beliebt ist, bleibt er eine leistungsfähige und zuverlässige Kettenwaffe.
G80 / G82 / G83 / G81 M3 (2021–heute): Die moderne Maschine
Der aktuelle G80 M3 setzt die turbogeladene Weiterentwicklung mit einem weiteren 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit zwei Turboladern fort und leistet jetzt bis zu 543 PS im Wettbewerbsmodell. Das umstrittene Front-End-Design hat eine Debatte ausgelöst, aber die zugrunde liegende Leistung bleibt beeindruckend.
Der G80 bietet erstmals Allradantrieb und führt eine Serienversion als Kombi ein (M3 Touring). Moderne Rezensionen loben die Ausgewogenheit von Leistung, Handling und Alltagstauglichkeit und festigen damit seine Position als Maßstab im Segment der Hochleistungs-Kompaktlimousinen.
Die Reise des M3 veranschaulicht ein unermüdliches Streben nach Leistung und Verfeinerung. Von seinen bescheidenen Ursprüngen im Rennsport bis hin zu seiner modernen Turboform hat sich der M3 weiterentwickelt und dabei seine Kernidentität beibehalten: eine fahrerorientierte Maschine, die weiterhin Grenzen überschreitet.
