Hyundai Australia prüft sorgfältig, ob trotz des starken Wachstums des australischen PHEV-Marktes Plug-in-Hybrid-Versionen (PHEV) seiner beliebten SUVs Tucson und Santa Fe eingeführt werden sollen. Der Produktplanungsmanager des Unternehmens, Tim Rodgers, äußerte seine Unsicherheit über die Bereitschaft der Verbraucher, einen Aufpreis für die PHEV-Technologie zu zahlen.
Markttrends und Preisbedenken
Die PHEV-Verkäufe in Australien stiegen im Jahr 2025 um 130,9 % und erreichten 53.484 Einheiten – etwa die Hälfte aller Elektrofahrzeugverkäufe. Dieses Wachstum wird größtenteils von günstigeren chinesischen Marken wie BYD und GWM Haval getragen, die den Markt mit preisgünstigen PHEV-Modellen überschwemmen.
Hyundai zögert, da PHEVs in der Regel höhere Preise erzielen als Standard-Hybride. Rodgers wies darauf hin, dass die Preise für PHEVs bei aktuellen Marktangeboten häufig auf dem gleichen Niveau liegen wie für Hybridfahrzeuge, was die Frage aufwirft, ob sich Kunden für die Technologie selbst oder einfach nur für den Preis entscheiden.
„Wir haben ausgearbeitet und untersucht, was eine Preiserhöhung für Plug-in-Hybride gegenüber unseren Hybridfahrzeugen bedeuten würde, und ich bin mir nicht wirklich sicher, ob die Kunden dafür schon bereit sind, so wie wir es anbieten müssten.“ – Tim Rodgers, Produktentwicklungsmanager von Hyundai Australia
Regulatorische Druck- und Emissionsnormen
Auch der bevorstehende New Vehicle Efficiency Standard (NVES) ist ein wichtiger Gesichtspunkt. Die NVES-CO2-Obergrenze für Personenkraftwagen wird schrittweise verschärft und bis 2027 auf 92 g/km gesenkt. PHEVs, insbesondere der Santa Fe, könnten Hyundai dabei helfen, diese Standards zu erfüllen, indem sie die durchschnittlichen CO2-Emissionen senken. Der Kia Sorento PHEV beispielsweise stößt nur 37 g/km CO2 aus, verglichen mit 129 g/km bei der Hybridversion.
Die aktuellen Hybridmodelle Tucson und Santa Fe überschreiten bereits die Obergrenze von 2026 (121 g/km für Tucson Hybrid), was den Druck weiter erhöht, emissionsärmere PHEV-Alternativen in Betracht zu ziehen.
Strategie und Wettbewerb von Hyundai
Das weltweite PHEV-Angebot von Hyundai umfasst den Tucson und den Santa Fe, aber das Unternehmen legt für die nächsten 12 bis 18 Monate den Schwerpunkt auf Hybridfahrzeuge, nachdem es im Jahr 2025 erfolgreich war und bei den Verkäufen hinter Toyota den zweiten Platz belegte.
Die Führung der Marke hat offen ihre Ambitionen bekundet, die Verkaufscharts zu dominieren, was darauf hindeutet, dass PHEVs entscheidend für die Erreichung eines schnell wachsenden Kundenstamms sein könnten, wenn die Preisgestaltung optimiert werden kann.
Das Fazit: Hyundai beobachtet den Markt genau und prüft, ob Kunden für die PHEV-Technologie einen Aufpreis zahlen werden, und berücksichtigt gleichzeitig regulatorische Änderungen, die Anreize für emissionsärmere Fahrzeuge schaffen. Die Entscheidung wird wahrscheinlich davon abhängen, ob die Rentabilität mit der Einhaltung von Vorschriften und dem Wettbewerbsdruck chinesischer Marken in Einklang gebracht wird.























