UK-Neuwagenverkäufe steigen im Februar, Marktanteil von Elektrofahrzeugen geht zurück

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Die britische Automobilindustrie erlebte mit über 90.000 zugelassenen Neuwagen den stärksten Februar seit 22 Jahren – ein Anstieg von 7,2 % im Vergleich zu 2025. Dieses Wachstum signalisiert eine breitere Erholung in der Branche, die vor allem auf einen deutlichen Anstieg der Einzelhandelskäufe zurückzuführen ist. Der Markt für Elektrofahrzeuge (EV) zeigt jedoch Anzeichen einer Verlangsamung, was Fragen über das Tempo des Übergangs zu emissionsfreien Fahrzeugen aufwirft.

Einzelhandelsnachfrage treibt Wachstum voran

Der Haupttreiber für die Entwicklung im Februar waren private Käufer: Die Zulassungen stiegen um 17,6 % auf über 35.000 Autos. Auch die Flottenverkäufe trugen dazu bei und stiegen um 2,8 %, während die Geschäftsverkäufe einen Rückgang um 12,7 % verzeichneten. Diese Mischung deutet darauf hin, dass die individuelle Verbrauchernachfrage derzeit die Unternehmenskäufe übersteigt, was mit breiteren Wirtschaftstrends und dem Verbrauchervertrauen zusammenhängen könnte.

Marktanteil von Elektrofahrzeugen sinkt trotz steigender Zulassungen

Trotz eines Anstiegs der Zulassungen von Elektrofahrzeugen um 2,8 % sank ihr Marktanteil im Februar auf 24,2 %, verglichen mit über 25 % im letzten Jahr. Dieser Rückgang ist teilweise auf einen Ansturm beim Kauf von Elektrofahrzeugen vor der Einführung neuer Steuersätze im April 2025 und auf aggressive Anreize der Hersteller zurückzuführen, die Vorgaben für emissionsfreie Fahrzeuge (ZEV) Ende 2025 zu erfüllen. Der Branchenverband SMMT weist außerdem darauf hin, dass die kürzere Dauer des Februars prozentuale Änderungen übertreiben kann.

Blick in die Zukunft: März als entscheidender Monat

Die SMMT betont, dass der März mit seinem traditionellen Nummernschildwechsel entscheidend sein wird. Derzeit liegt der Marktanteil der Branche bei BEVs seit Jahresbeginn bei 22 % und damit immer noch unter dem Ziel von 33 % für 2026. Die Hersteller haben stark in neue Modelle und Rabatte investiert, unterstützt durch staatliche Zuschüsse, doch das Vertrauen der Käufer könnte aufgrund der Pläne für eine Pay-per-Meile-Steuer für Elektrofahrzeuge ab 2028 schwächer werden.

„Eine ganzheitliche Überprüfung des Übergangs ist dringend erforderlich … die Umstände haben sich seit der Verabschiedung der Verordnung unerwartet verändert.“

Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Autoverkäufe insgesamt erholen, der Übergang zu Elektrofahrzeugen jedoch auf Gegenwind stößt. Die Kombination aus auslaufenden Anreizen, verändertem Verbraucherverhalten und zukünftiger Steuerpolitik stellt sowohl für Automobilhersteller als auch für politische Entscheidungsträger eine komplexe Herausforderung dar. Die März-Zahlen werden ein entscheidender Test dafür sein, ob der Markt seine Dynamik aufrechterhalten kann.