Voyah kommt nach Europa: Peugeots neues Projekt

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Peugeot baut jetzt chinesische Autos. Nicht irgendwelche chinesischen Autos, sondern Voyahs. Hochwertige Modelle. Stellantis hat gerade eine Absichtserklärung mit Dongfeng, Chinas Autoriese, unterzeichnet. Der Plan? Bauen Sie diese Dinge in Frankreich. Konkret im Peugeot-Werk Rennes.

Es ist ein strategischer Schachzug. Eines, das EU-Zöllen ausweicht. Es nutzt die Vertriebsnetze von Stellantis, um Voyah in ganz Europa einzuführen. Glatt, wenn man über die Seltsamkeit des Ganzen hinwegsieht.

Stellantis übernimmt hier die Führung. Sie erhalten 51 Prozent des Eigenkapitals, Dongfeng 49. Eine knappe Mehrheit. Doch die Details bleiben unklar. Welches Voyah-Modell kommt tatsächlich nach Westen? Wir wissen es noch nicht. Handelt es sich um bestehende chinesische Importe, die für französische Straßen optimiert wurden, oder um brandneue europäische Modelle? Schweigen aus der Unternehmenspresse.

Antonio Filosa, CEO von Stellantis, nennt es eine neue Dimension der Partnerschaft. Er möchte, dass globale Kunden bessere Produkte erhalten. Günstigere Preise.

„Wir werden das Beste aus der globalen Präsenz von Stellantis zusammen mit Dongfengs Zugang zu Chinas fortschrittlichem Ökosystem für neue Energiefahrzeuge nutzen.“

Klingt beeindruckend. Es ist. Weil sich das chinesische EV-Ökosystem derzeit schneller entwickelt als alle anderen.

Voyah ist keine billige Pendlermarke. Es steht über dem Mainstream-Zeug. Dabei handelt es sich um große SUVs und Großraumlimousinen. Meist hochwertig. Hauptsächlich Fahrzeuge mit neuer Energie, also entweder batterieelektrische Fahrzeuge oder Range-Extender.

Schauen Sie sich die Statistiken an. Der kleinste aktuelle Voyah-SUV ist fast fünf Meter lang. Reine Batterie. 558 Meilen Reichweite im chinesischen CLTC-Zyklus. Selbst wenn man die härtere WLTP-Strafe von 20 Prozent anwendet, sind das immer noch über 440 Meilen. Es basiert auf einer 80v8-Architektur. Die Ladegeschwindigkeit ist die beste in Europa.

Überrascht das irgendjemanden? Sollte es?

Stellantis spielt bereits gut mit Dongfeng in China. Sie sind dort schon seit Ewigkeiten Partner. Dies ist nicht einmal das erste chinesische Joint Venture von Stellantis in Europa. Erinnern Sie sich an Leapmotor? Das ist bereits in Betrieb. Aber Voyah ist anders. Weiter oben in der Nahrungskette. Mehr Premium. Teurer.

Leapmotor spielt das Wertspiel. Voyah spielt das Luxus-Tech-Spiel.

Es ist eine interessante Mischung. Französische Montagewerke stellen chinesische Premium-Elektrofahrzeuge her, die über Stellantis-Händler verkauft werden. Das Branding könnte sich für eine Weile seltsam anfühlen. Aber die Technik spricht für sich. Die Reichweite ist unbestreitbar.

Die einzige wirkliche Frage, die offen bleibt, ist, welches Auto zuerst ankommt. Und ob es europäischen Käufern etwas ausmacht, dass sich hinter einem französischen Abzeichen ein chinesisches Herz verbirgt.